Changing Sites__Kunst als notwendiger Störfaktor
Vortrag von Leonie Baumann und Präsentation der b.zb-flugschrift #4
Welche Rolle spielt Kunst in der Stadtentwicklung? In der neuen flugschrift des b.zb blickt Kuratorin Leonie Baumann auf die Möglichkeiten der Kunst, als „notwendiger Störfaktor“ zu wirken und alternative Strategien für urbane Zukünfte zu entwerfen. Mit Beispielen aus Bremen, Deutschland und den USA skizziert sie die Rolle der Kunst im Streit zwischen Profit und Gemeinschaft, zwischen Verwertung und Nutzung von städtischem Raum.
Ihre Betrachtungen stehen im Dialog mit der Entwicklung des Bremer Bahnhofplatzes. Ortsbezogene Arbeiten der Künstler:innen Felix Dreesen und Edeltraut Rath, sowie des Musikers Tightill unterstreichen den öffentlichen Charakter dieses Ortes und verweisen auf den Streit um die Bebauung der süd-östlichen Teilfläche. Die Sozialanthropologin Clara Röhrig wirft einen Blick auf die Verdrängung wohnungsloser Menschen, die auch als Folge des erhöhten Nutzungsdrucks auf den verbleibenden öffentlichen Raum gewertet wird.
Die flugschrift #4 vereint ein vielschichtiges Portrait des Bremer Bahnhofsplatzes mit einem Überblick über künstlerische Handlungsoptionen im Umgang mit städtischem Boden und öffentlichen Raum.
In ihrem Vortrag am 27.05. wird Leonie Baumann angesichts allgemeiner kultureller Entwicklungen zudem einen grundsätzlichen Blick auf die Rolle der Kunst in der aktuellen politischen Situation werfen.
Programm
Grußwort: Simone Ewald
Intros: Christian v. Wissel: zur Geschichte des Bahnhofplatzes
Felix Dreesen: zu KiöR auf dem Bahnhofplatz
Clara Röhrig: zu Verdrängung auf dem Bahnhofplatz
Lars Neckel: zur Gestaltung der flugschrift
Vortrag: Leonie Baumann: Kunst als notwendiger Störfaktor
Gespräch: Clara Röhrig und Felix Dreesen im Gespräch mit Leonie Baumann zur Rolle der Kunst in der Stadtentwicklung Bremens und generell. Moderation: Christian von Wissel
***
Die b.zb-Flugschrift behandelt mit kurzen, prägnanten Beiträgen aktuelle Fragestellungen der Baukultur. Sie dokumentiert relevante Debatten und macht Interventionen aus Praxis, Forschung und Kunst für die Gesellschaft zugänglich. Gestalterisch lehnt sie sich an das Layout der Schriftenreihe des b.zb an und versucht dabei, immer neue Wege der Komposition und Vermittlung zu gehen. Die Reihe ist thematisch offen. Bisherige Ausgaben widmeten sich dem Umgang mit Denkmälern, dem Küstenschutz und der Kunst im öffentlichen Raum in Bremen und Bremerhaven.